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Wofür braucht man einen Energieausweis?

Bei Autos ist die Angabe von Verbrauchswerten schon lange üblich, bei Haushaltsgeräten wird sie zur Zeit eingeführt. Mit dem Energieausweis soll nun auch die energetische Qualität von Gebäuden dokumentiert werden. Zum Energieausweis gehören Diagnose und Therapie: eine Analyse der wärmetechnischen Qualität des Gebäudes und die Darstellung möglicher Energiesparmaßnahmen.
Insbesondere bei anstehenden Instandsetzungen oder Sanierungen lohnt es sich, einen Energieausweis erstellen zu lassen, weil die Mehrkosten für die energieeinsparende zusätzlichen Maßnahmen dann besonders niedrig sind.

Was ist das Ziel des Energieausweis?

Das Ziel des Energieausweises ist es, Markttransparenz im Gebäudebereich zu erzielen. Der Energieausweis weist die Energieeffizienz als Qualitätsmerkmal eines Gebäudes aus und macht somit den Energiebedarf „sichtbar“ - er ist somit ein Gütesiegel für Wohnungen und Gebäude.

Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis?

Beim Bedarfsausweis wird auf der Grundlage der energetischen Qualität von Gebäudehülle und haustechnischen Anlagen (Heizung und Warmwaser) mit Hilfe standardisierter Randbedingungen nach technischen Regeln der Energiebedarf des Gebäudes ermittelt.

Beim Verbrauchsausweis erfolgt die Einordnung der energetischen Qualität des Gebäudes mit Hilfe eines Energieverbrauchkennwertes, der aus dem Energieverbrauch von drei aufeinanderfolgenden Jahren für die Beheizung und die zentrale Warmwasserbereitung (bei Nichtwohngebäuden zusätzlich Beleuchtung und Klimatisierung) ermittelt wird.
Hierbei werden auch das Klima und längere Leerstände rechnerisch berücksichtigt.

Die Eigentümer der meisten Gebäude haben die Wahlfreiheit zwischen einem "Bedarfs-" und einem "Verbrauchsausweis". Bei älteren unsanierten Wohngebäuden mit bis zu 4 Wohneinheiten und beim Neubau sind grundsätzlich (jedoch nach einer Übergangsfrist) nur Bedarfsausweise zulässig.

Wie lange ist ein Energieausweis gültig?

Die EU-Gebäuderichtlinie gibt für den Energieausweis eine maximale Geltungsdauer von 10 Jahren vor. Die Geltungsdauer für Energieausweise in Deutschland beträgt ebenfalls 10 Jahre, dieses wird in der EnEV 2013 geregelt. Jedoch empfiehlt es sich, nach erfolgten Sanierungsmaßnahmen einen neuen, aktualisierten Energieausweis auszustellen, da hier die höhere Effizienz berücksichtigt wird.
Wozu dient ein Energieausweis?

Durch die Einführung eines Energiepasses, wie es in der zugrundeliegenden EU-Verordnung beabsichtigt war sollten Gebäude in Bezug auf ihre Energieeffizienz vergleichbar gemacht werden. Mietern, potenziellen Käufern und Hausbesitzern sollte so eine konkrete Entscheidungshilfe geboten werden und Anreize für sinnvolle Investitionen in Maßnahmen zur Energieeinsparung sollten geschaffen werden.
Leider ist durch die Wahlmöglichkeit zwischen dem verbrauchs- oder dem bedarfsabhängigen Verfahren von der Vergleichbarkeit von Gebäuden nicht mehr viel übrig geblieben und somit die Aussagekraft von Energieausweisen sehr kritisch zu sehen.

Wovon hängt die Höhe des Energieverbrauchs eines Gebäudes ab?

* nur vom Nutzerverhalten

Wovon hängt der Energiebedarf eines Gebäudes ab?

* beheiztes Gebäudevolumen
* Bauteilflächen von Fenstern, Außenwänden, Dächern, Kellerdecken, Wänden und Decken zu unbeheizten Räumen
* Qualität der Heizungsanlage
* Baumaterialien und Konstruktionsaufbauten der Bauteile
* Luftwechsel im Gebäude
* Gewinn durch solare Einstrahlung

Wie energieeffizient ist eine Wohnung? Wie viel Energie benötigt man für die Heizung eines Hauses? In Zeiten steigender Energiekosten stellen sich Mieter und Käufer immer häufiger diese Fragen. Immobilieneigentümer sind laut Energiesparverordnung EnEV 2009 gesetzlich verpflichtet, einen Energieausweis vorzulegen, der diese Informationen zusammenfasst und Interessenten eine Vergleichsmöglichkeit und Entscheidungshilfe bietet. Zusätzlich enthält das Dokument Empfehlungen für Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, durch die Eigentümer den Energiebedarf ihrer Immobilie senken und damit Kosten sparen können. Der zuständigen Landesbaubehörde muss der Ausweis jederzeit auf Verlangen vorgelegt werden.

2013 hat der Gesetzgeber die Regelung zum Energieausweis noch einmal verschärft: Nach der neuen Fassung, die voraussichtlich im Januar 2014 in Kraft treten wird, soll der Eigentümer den Ausweis schon im Rahmen der Wohnungs- oder Hausbesichtigung unaufgefordert vorzeigen. Dem Käufer oder neuen Mieter muss das Dokument bei der Wohnungsübergabe ausgehändigt werden. Mithilfe eines unabhängigen Stichprobenkontrollsystems sollen Energieausweise zudem künftig flächendeckend überprüft werden.